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Datensicherung und Datenrettung

Der Großbrand im OVH-Rechenzentrum in Straßburg am 10. März diesen Jahres verursachte große Aufmerksamkeit und mitunter verheerende Folgen für die Kunden des größten europäischen Cloud-Hosters, da dort auch die sensible „Hosted Private Cloud“, in der die Daten großer Unternehmen lagern, beheimatet war.

Der Brand im OVH-Rechenzentrum SBG2 in Straßburg konnte nicht unter Kontrolle gebracht werden, das fünfstöckige Datacenter mit Platz für rund 12.000 Server brannte völlig aus. Im Rechenzentrum SBG2 war nichts mehr zu retten. Zudem wurde das benachbarte Rechenzentrum SBG1 teilweise zerstört. Die Standorte SBG3 und SBG4 konnten isoliert werden, waren aber ein paar Tage nicht einsatzfähig. Die Ermittlungen zur Ursache dauern noch an. Die Wartung der USV-Anlage am Tag vor dem Brand könnte der Auslöser gewesen sein.

Die Folgen des Brandes sind verheerend: Direkt nach dem Feuer waren rund 3,6 Millionen Websites über 464.000 Domains hinweg offline. Laut dem britischen Internetdienstleister Netcraft waren etwa 18 Prozent aller mit OVH verbundenen IP-Adressen nicht mehr erreichbar. Betroffen waren auch staatliche Stellen aus Frankreich, Polen, der Elfenbeinküste, Wales und Großbritannien. Am heftigsten hat es .fr-Domains erwischt: Nach dem Feuer waren 1,9 Prozent aller .fr-Domains weltweit vom Netz.

Aber für einige Firmen stellt der Brand einen Daten-GAU dar. Sie erlitten einen Totalverlust ihrer Daten, da Cloud nicht automatisch bedeutet, dass die Daten als Kopie in anderen Datenzentren vorhanden sind. Das muss man extra buchen und: das ist teuer. So verlor der Spielehersteller Facepunch alle europäischen Server seines Online-Spiels „Rust“ inklusive aller gespeicherten Daten. Auch die internationale aufgestellte Anwaltskanzlei Leroi & Associés, hat einen erheblichen Datenverlust zu beklagen. Man darf davon ausgehen, dass dies nicht die einzigen derartigen Fälle sind.

Hoster wie OVH ergreifen Maßnahmen und legen viel Wert darauf, die Sicherheit der Daten und die Verfügbarkeit der Dienste zu gewährleisten. Sie sorgen aber nicht für die Datensicherung. Wie bei Online-Diensten üblich, ist dies Sache des Anwenders. Von der Idee, die Datensicherung im gleichen Rechenzentrum vorzunehmen, wo schon die Dienste selbst realisiert werden, sollte man Abstand nehmen.

  • Eine Sicherung der Daten vor Ort in einer Bandbibliothek auf LTO- oder Enterprise-Bändern wäre die Alternative und wird von den großen IT-Firmen auch „dringend“ empfohlen.

Betroffenen Kunden wurden Ersatzkapazitäten an anderen OVH-Standorten bereitgestellt und ca. 15.000 neue Server in den letzten Wochen beschafft. Über 100 Fachkräfte von OVH waren vor Ort im 24-Stunden-Einsatz, um Schritt für Schritt die Daten und IP-Adressen wiederherzustellen.

Die Daten – das ist die Vorstellung, die die Werbung der Internetbetreiber suggeriert – schweben dank Cloud-Technologie transzendiert zu ewigem Wissen im globalen Raum; ortlos, unangreifbar, unlöschbar. Der Unfall zeigt, dass es dringend eine öffentliche Diskussion darüber geben müsste, wo, von wem, unter welchen Bedingungen und wie sicher unsere Daten gespeichert werden, denn Daten sind der Kraftstoff und die größte ökonomische Ressource des digitalen Informationszeitalters.

Viele Unternehmen, Privatleute und auch die Politik, das zeigt der Unfall, verstehen rein technisch nicht, was in den Hallen der Cloud-Betreiber mit ihren Daten passiert – und was nicht und befassen sich daher nicht genauer mit Fragen zur Sicherung ihrer Daten. Die Folgen können dramatisch sein und eine Sicherung der Daten – für einen Recovery-Fall vor Ort – Unternehmen vor größerem Schaden bzw. vor einer Unternehmenspleite bewahren.

Bild: Reuters

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